Freiheit kann man nicht kaufen

New York, 10. Februar 2003 (faz). Im Vorkrieg der Medien fürchten Politiker noch immer die Macht von Bildern, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Als der amerikanische Außenminister Colin Powell und der Chef der UN-Waffeninspekteure Hans Blix vor der Presse ihre Positionen zu einem möglichen Krieg gegen den Irak erläuterten, sollte die Weltöffentlichkeit eines nicht sehen: Pablo Picassos "Guernica", das in Form einer Tapisserie, die Nelson A. Rockefeller 1985 den Vereinten Nationen geschenkt hat, im Vorraum zum Sitzungssaal des Sicherheitsrats hängt. Picassos aufwühlendes Memento, das bekannteste Anti-Kriegs-Bild des zwanzigsten Jahrhunderts, war von einem blauen Vorhang mit UN-Logos verhüllt worden. Es sei, so ein Diplomat, kein „angemessener Hintergrund“, wenn Powell über Krieg redet und dabei von schreienden Frauen, Kindern und Tieren umgeben sei, die das durch Bombardements verursachte Leid zeigten. Ein Sprecher der Vereinten Nationen bekräftigte, der Vorhang sei „ein angemessener Hintergrund für die Kameras“.

Stanley Motss: I'm in show business, why come to me?
Conrad 'Connie' Brean: War is show business, that's why we're here.
[Dustin Hoffman, Robert De Niro in "Wag The Dog", TRIBECA Prod. 1997]

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truthcomeslast, Donnerstag, 27. Juli 2006, 03:15
Leider der übliche Zynismus.

SEHR GUT IST DEIN MOTTO:
Es faßt die Problematik all dessen, was seit dem 11. September passiert ist, gut zusammen.